Wohin ist die Wolfsangel verschwunden?

Der „Bornheimer Traditionsverein“ beziehungsweise Fußball-Zweitligist FSV Frankfurt hat auf einer Pressekonferenz am 23. Juli 204 die neue Markenkampagne „Aus eigener Kraft“ vorgestellt. In diesem Zusammenhang wurde auch ein neues Vereinswappen vorgestellt, das ab der Saison 2015/16 das traditionelle Vereinswappen ersetzen soll.

Das Motto ist aber nicht ganz neu, sondern wurde nur wieder „reanimiert“. In der FSV-Chronik ist nachzulesen: „Am 9. Juli 1911 beschloss eine außerordentliche Hauptversammlung des FSV die Anschaffung eines Vereinsbanners …Zur Bannerweihe, einem zu dieser Zeit bedeutsamen gesellschaftlichen Ereignis, fanden sich prominente Gäste … sowie Vertreter fast aller Vereine des Nordkreises ein. Die Feierlichkeiten fanden in den Räumlichkeiten des Gasthauses >SchützenhofAus eigener Kraft“< ist kein Produkt externer Werbestrategen, sondern aus dem Mitarbeiterkreis des FSV wieder entdeckt worden, da dieses Motto auch nach über 100 Jahren nichts von seiner Aktualität und Aussagekraft eingebüßt hat … Dieser Spruch symbolisiert den Stolz des Vereins, alles aus eigener Kraft erreicht zu haben. Dafür kann man beispielsweise auf die Anschaffung des Banners vor über 100 Jahren zurückblicken. Der Verein brachte das Geld für das aufwendige Banner ohne Unterstützung von Sammlungen oder Stiftungen auf. Genauso ist dies auf die Tatsache übertragbar, dass der FSV nie mit anderen Vereinen fusioniert hat, sondern alle Erfolge aus eigener Kraft errang." Sich auf dieses traditionelle und immer noch gültige Motto zu besinnen finde ich gut und es passt auch zu dem nahezu beispiellosen Erfolg des FSV vom Aufstieg in die 2. Bundesliga und dem bereits über Jahre anhaltenden Klassenerhalt.

Dass, auf der Pressekonferenz auch ein neues Vereinswappen vorgestellt wurde, das ab dem Spielbetrieb 2015/16 als offizielles Vereinswappen gilt, fand ich als Bornheimer StadtteilHistoriker weniger gut. Denn ich vermisse die geliebten blau-schwarzen Streifen und die „Bornheimer Wolfsangel“ auf der Adlerbrust und frage mich "Warum ist das jahrhundertealte Symbol für den Stadtteil Bornheim, die Wolfsangel, weg?" Aber dies ist einzig Sache des Vereins und seiner Mitglieder und wird auch meines Erachtens auf einer Mitgliederversammlung mehrheitlich beschlossen worden sein, denn auch die Festlegung des Vereinswappens ist wie die Festlegung des Vereinsnamen Bestandteil der Satzung.

Die Wolfsangel ist seit dem Jahr 1621 Gemeinde- bzw. Stadtteilwappen Bornheims. Sie kann man nicht nur im Innenhof des Rathauses Römer in Sandstein gehauen bewundern, sondern auch auch auf vielen Wappen Bornheimer Vereine. So wie auch meines Vereins, des "Bürgerverein und Förderkreis historisches Bornheim e. V.", der unter anderem das "Bernemer Museumslädchen" (Frankfurts kleinstes Museum) und das Bornheim-Archiv betreibt. Die Wolfsangel wurde seinerzeit als Wappen gewählt, weil sie als Zeichen der Stärke galt, was der FSV auch weiterhin braucht um in der neu aufgestellten Zweitliga erfolgreich zu bestehen. Übrigens der letzte Wolf wurde im Jahre 1478 in Bornheim erlegt, sinnigerweise im Umfeld des Bornheimer Hanges. Die Wolfsangel auf der Adlerbrust ist für mich auch, wie man heute in der Mediensprache sagen würde, ein „Alleinstellungsmerkmal“ gegenüber anderen Frankfurter Fußball- und Sportvereinen, die ebenfalls den Adler als Vereinswappen haben. Als mittlerweile 66jähriger StadtteilHistoriker schwelge ich manchmal noch in blau-schwarzer Sportgeschichte. Dann tauchen Namen wie Richard Herrmann auf; unserem "Held von Bern" der 1954 zum Team der Weltmeister gehörte. Oder auch Olympiasieger Armin Harry, der als erster Mensch die 100 Meter in 10,0 Sekunden lief; und viele Andere.

Kurzum: Der FSV blickt dieses Jahr auf stolze und muntere 115 Jahre Jahre Vereinsgeschichte zurück, mit oder ohne Wolfsangel! Im Jahr 2011 führte der FSV die Markenstrategie „Born in Bernem“ ein, der kann ich zu 110 Prozent folgen und freue mich schon jetzt auf einige Spiele im "FSV-Stadion am Bornheimer Hang!"

Mit blau-schwarzen Grüßen

Bernhard E. Ochs
Stadtverordneter

Vorsitzender
Bürgerverein & Förderkreis historisches Bornheim e. V.

Ehrenvorsitzender
Vereinsring Bornheim

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