Cortus The Killer

Huch, war das mal wieder ein rasantes Match!

Den Wehrkraftzersetzern zum Trotz, die vor dem Spiel gegen Paderbornheim geunkt hatten, Bernem-Bennos Plan, mit drei etatmäßigen Sechsern aufzulaufen, werde einen fußballerischen Leckerbissen allererster Ordnung zur Folge haben, entpuppte sich diese finsterste Höhlenschwarzmalerei als das, was sie ist: übelster Defätismus. Nichts, aber rein gar nichts war von der Verunsicherung zu sehen, die man während den in der vergangenen Woche vor- und unvorteilhaft ausgegangenen Partien in Kölle und Aalen sich eingeschlichen zu haben glaubte. Ich wiederhole: Nichts, rückstandslos rein gar nichts!
Bennos Buben legten los wie die Feuerwehr, so dass man sich im spärlich besuchten Gästeblock, der über 90 Minuten nur durch eisernes Schweigen aufzufallen wusste, schon fragte, wer hier eigentlich der Hausherr war. Die Bornheimer brannten ein wahres Feuerwerk fußballerischer Leidenschaft ab, es wurde verbissen um jeden Grashalm gefightet, Pässe über mehrere Meter fanden spielend leicht irgendeinen Abnehmer und die Gäste wurden regelrecht schwindelig gespielt. Weil die Paderbornheimer nicht nur spielerisch, sondern auch konditionell so ziemlich auf dem letzten Loch pfiffen, bewies der FSV Sportsgeist, verlegte das Spielgeschehen fairerweise nahezu komplett in die eigene Hälfte und verzichtete weitgehend darauf, die Gäste zu langwierigen und kräftezehrenden Sprints zurück in die eigene Hälfte zu zwingen. Ja, diesen Großmut konnten wir uns leichten Herzens leisten, schließlich hatten wir ja alles im unbarmherzig festen Griff.
Zugegeben, spielerisch-technisch war das vielleicht kein filigranes Gefecht mit dem Florett, aber ein grundehrlicher Kampf mit dem Degen und mit offenem Visier – zweite Liga at it’s best! Besuchern, die sich gegen die eigene träge Gewohnheit vom randständigen Stadtwald an diesem denkwürdigen Abend hierher ins pulsierende Fußballherz Frankfurts verirrt hatten, liefen förmlich die Augen über und offenen Mundes bekannten sie, um Worte ringend, geradezu stammelnd, dass dies ja mal eine Fußballdemonstration aus dem Lehrbuch gewesen sei. Blut, Schweiß, Tränen, Tränen und nochmals Tränen! Echter, unverfälschter, rassiger Fußball, wie man ihn sich wünscht; keine Hacke-Spitze-Eins-Zwei-Drei-Schönspielerei, keine Pipi-Kacka-Tiki-Taka-Scheiße, wie man sie zurzeit im Stadtwald unter Schmerzen ertragen muss.
Aus heiterem Himmel und dem Spielverlauf blanken Hohn sprechend, fiel dann der Führungstreffer für die Paderbornheimer. Aber wer geglaubt hatte, Paderbornheim würde nun beschämt über so viel unverdientes Glück in sich zusammenbrechen, der lag goldrichtig. Der FSV machte jetzt Schluss mit lustig und schnürte die Gäste minutenlang in der eigenen Hälfte ein. Ein wütender Fehlpass folgte auf den nächsten, es war nur noch eine Frage der Zeit, bis Ausgleich und Führungstreffer fallen mussten. Der Ausgleich fiel dann auch folgerichtig und wie zuvor geplant in der Nachspielzeit, als ein Paderbornheimer Verteidiger mit dem Ball in der Hand mehr als drei Schritte lief. Ganz klarer Regelverstoß! Elfmeter! Gueye! Tor! 1:1!
Die Paderbornheimer brauchten eigentlich gar nicht diskutieren und Schiri Cortus zu schelten, standen doch nicht wir sondern vielmehr sie selbst im unheilvollen Pakt mit dem Pfeifenmann. Hätte sich der Spielleiter regelkonform verhalten und eine Viertelstunde nachspielen lassen (schließlich wurde die Partie aus unerfindlichen Gründen nach 45 Minuten für exakt 15 Minuten unterbrochen!) und nicht bloß drei Minuten, so hätten wir die Gastmannschaft jetzt gnadenlos zerlegt, zu Schrittfehlern über Schrittfehlern gezwungen und einen höchst berechtigten Freiwurf nach dem anderen in Maschen gejagt, dass es nur so eine Art gehabt hätte. So aber blieb es beim für Paderbornheim höchst schmeichelhaften 1:1, das die Gäste letztlich mit viel Fortune über die Zeit retteten.

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