Gefühlspotpourri im Pub

Gemischt war die Gefühlslage vor dem Anpfiff der Restrunde nach der Winterpause.

Gemischt nicht im Sinne des Grilltellers im Restaurant um die Ecke, denn da sind ja ausschließlich gute Sachen drauf. Gemischt im Sinne von sachter Vorfreude und kalter Angst. Würde es Benno M. wirklich gelingen, dem vor Einsetzen der Winterpause nur noch schwach und sehr unästhetisch zuckenden Kadaver namens FSV-Mannschaft neues Leben einzuhauchen? Oder würde es zu Auftakt gleich eine deftige Watschen setzen, deren Klatschen noch vom Mond aus zu hören gewesen wäre?

Mit solchem Gefühlspotpourri ausgestattet betrat ich kurz nach 18 Uhr das Pub in Bernem. „Du hast gerade die schlechtesten fünf Spielminuten der Vereinsgeschichte verpasst“, schallte es mir, noch ehe ich den Mantel geöffnet hatte, aufgekratzt entgegen. Und tatsächlich: Da waren sie wieder, die Boysen-Boys. Heillos überfordert schlitterte der rot gewandete Hühnerhaufen über die grüne Eisbahn, den Gegenspielern immer zwei Schritte hinterher. Die Duisburger zeigten sich aber gnädig und versemmelten reihenweise ihre hundertprozentigen Chancen oder scheiterten am überragend haltenden Klandt.

Nachdem der Aufgalopp der Zebras mit viel Glück und noch mehr Klandt unbeschadet überstanden war, fassten unsere Eiskunstläufer besser Tritt. Auch die neuen Offensivkräfte Amri und Micanski, später auch Görlitz, sorgten für ordentlich Druck nach vorne und durchaus ansehnliche Spielzüge mit aussichtsreichen Abschlüssen. Kaum zu glauben, Fußball kann auch Spaß machen! Allein schon beim bloßen Hinsehen. Man hatte es fast vergessen. Am Ende stand ein eingedenk der chaotischen Anfangsminuten glücklicher, aufgrund der anschließend starken und beständigen Leistung aber letztlich verdienter 2:1-Sieg, mit dem vorher keiner ernsthaft gerechnet hatte. Uff! Das erste Fußballwochenende nach der Winterpause nicht gleich am Freitagabend schon gründlich versaut. Drei Punkte in einem Spiel. Auswärts. Bei Duisburg. Toll.

Am kommenden Freitag geht’s dann dem Bock an den Kragen. Der steht ja bekanntlich am Hang, festgemauert in der Erden, seit dem 15. April 2011. Nach der klapprigen Haupttribüne ist jetzt er fällig. Der Bock von Bernem, er wird fallen. Er muss fallen. Auf jeden Fall.

p.s.: Als Frankybeauftragter hat mich vergangene Woche die Meldung emotional schwer aufgewühlt, dass das Maskottchen des brasilianischen Fußballvereins Ceará Sporting Club für zwei Heimspiele gesperrt wurde, nachdem „Grandpa“ die Fans des Gegners mit obszönen Gesten belästigt hatte. Schlimm, so was! Da sieht man mal wieder, was wir an Franky, dem manierlichen Vieh, doch haben. Aber davon mal abgesehen: Ein Rentner als Maskottchen – das wäre eigentlich auch für den FSV die ideale Besetzung gewesen.

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