Der Frankybeauftragte und der Bock !!!

Stoß mich der Bock!

Nein, es gibt doch gar keinen Grund zu jammern. Wir wollen es doch so. So und nicht anders. Und wer es gerne einfach haben möchte, der kann ja zur Eintracht gehen. Die haben die Hinrunde mit 38 Punkten abgeschlossen, den Klassenerhalt also vorzeitig gesichert. Als Eintracht-Fan könnte man ab jetzt schön gemütlich zu Hause bleiben, die Füße in den mit kuscheligem Schafsfell ausgeschlagenen Fußsack stecken, zusehen, wie draußen Sturm und Regen einander heftig liebkosen, und sich bei einem Gläschen Glühwein auf das Große Hessenquiz mit Jörg Bombach im Hessenfernsehen freuen. Fußball müsste einen gar nicht weiter belasten. Es gäbe keine düsteren, von schlechter Laune verhangenen Montage mehr – von den verpfuschten Wochenenden ganz zu schweigen. Aber bitte, nein! Das wäre doch nichts für uns. Wir sind doch keine Erfolgsfans! Uns hat ein ungnädiges Schicksal dorthin verschlagen, wo es wehtut. Dorthin, wo auf der angrenzenden Stadtautobahn mehr Bewegung ist als im Spiel auf dem Rasen. Dorthin, wo man den Unbilden der Witterung – die selbst Kap-Horn-erfahrene Seebären erschaudern und angsterfüllt nach ihrer Mutter rufen lassen – schutz-, weil obdachlos, ausgesetzt ist. Dorthin, wo der Bock steht, festgemauert in der Erden, und einfach nicht fallen will. Dorthin, wo der Caterer der Herzen…aber lassen wir das. Blicken wir kurz zurück auf die beiden vorangegangenen Akte des Dramas „Bernem stößt den Super-Bock“:

FSV-Paderbornheim 2:2

Wer zu spät kommt, weil er irgendwelche blöden Zettel mit dem Aufruf, sich für eine überflüssige Überdachung der Südtribüne beim Frankfurter Bürgerhaushalt einzusetzen, vor dem Stadion verteilt hat, ist erstens ein aus Zucker gemachtes Weichei und wird zweitens vom Leben bestraft. Er muss nämlich noch schnell die Fanclubfahne aufhängen und verpasst das in den ersten Minuten obligatorische Gegentor. Ja, stoß mich doch der Bock! Wenn auch die Mannschaft darauf bestand, den üblichen Tiefschlaf einzuhalten, so waren solche Wonnen den Fans in der Open-Air-Arena leider nicht vergönnt. Der beständige, erfrischende Nieselregen sorgte dafür, dass niemand wegnickte. Ein Hallo-Wach-Erlebnis waren auch die beiden Tore zum 2:1 für Bornheim. Sollte heute der Bock gestoßen werden? Natürlich rein rhetorisch, diese Frage. Die Kurve war nach dem Führungstreffer gerade erst beim „Ö“ in „Wo ist Helmut Schön?“ angelangt, da klingelte es auch schon auf der Gegenseite. Was soll man da sagen? Nix? Genau, kein Bock mehr!

Dresden-FSV 2:2

In Dresden brennt ja bekanntlich der Baum und das ist kein Wunder. Hat die Bewohner des Tals der Ahnungslosen doch gnadenlos der harte Bannstrahl einer ungerechten, erbarmungslosen, abgehobenen, weltfremden Organisation getroffen. Keine Überraschung also, dass das Stadion voller zorniger Transparente hing und dass das Publikum seinem Unmut lautstark Luft verschaffte. Ich finde, volle zwei Jahre nach der Aberkennung des Weltkulturerbestatus des Dresdener Elbtales durch die UNESCO nun plötzlich lauthals zu protestieren, ist im Grunde genommen ein bisschen zu spät für spontanen Volkszorn. Aber andererseits: Wer kein Westfernsehen hat, konnte es halt auch nicht eher wissen.

Auch in Bornheim wäre man gestern ohne Fernsehempfang klar im Vorteil gewesen. Denn, wollte man das, was sich auf dem Rasen zutrug, wirklich sehen? HJB hatte das verletzungsbedingte Vorerstnichtmittun von Zafer Yelen genutzt, um unerwartet offensiv aufzustellen. Vorne gleich zwei gelernte Stürmer, und das von Anfang an! Ich dachte, so übertrieben offensiv aufzustellen wäre durch irgendeine fiese Fußballmafiadfbregel verboten. Scheinbar doch nicht. Und Boysen setzte später noch einen oben drauf: Gegen Ende des Spiels brachte er noch Benyamina, und da waren es sogar drei Stürmer!!! Hat aber nix genutzt. Wenn nämlich zum Ausgleich im Mittelfeld jemand den Spielmacher geben soll, der zuvor ein gefühltes halbes Jahr verletzt war, und nun wieder zum ersten Mal auf dem Platz steht, dann kann das eher schwer was werden mit gepflegtem Offensivspiel. Aber zum Glück hatten die Dresdener andere Sorgen, als dieses Spiel jetzt unbedingt gewinnen zu wollen, und so schafften es die Boysen-Boys, am Ende irgendwie zwei Tore und einen Punkt auf der Habenseite zu verbuchen. Glückwunsch auch an Marc Heitmeier zum ersten Treffer in der 2. Bundesliga! Und der Bock? Er steht noch. Fest und treu, wie die Wacht am Main.

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2 Gedanken zu „Der Frankybeauftragte und der Bock !!!

  1. bobbie

    Sind wir froh, dass der Bock doch steht. Zwischen den Pfosten. Die einzige Konstante der letzten Wochen. Der Klandt. Fest. Und treu. Noch. Denn der große BR ging ja jetzt unter die Spielerberater. Und hat schon einen ersten Klienten. Den Klandt. Und dem soll schon ein neuer Stall offeriert worden sein. In Duisburg. Und wenn dieser Bock umgestoßen wird ist es aus mit der Wacht am Main.

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