Frauen an die Front!

Letzten Endes war es besser so. Doch, wirklich. Schwere körperliche Kollateralschäden blieben uns gerade noch mal erspart. Noch zwei Minuten länger, und ein nicht unbeträchtlicher Teil der Belegschaft des O-Blocks hätte sich eine fürchterliche Stimmbänderdehnung eingehandelt. Bei dem frenetischen Gejubele, hemmungslosen Tirilieren und verzückten Hosianna-Gerufe, das ab der 77. Minute anhob, in jenem Moment, als Macauley Chrisantus den Ball zur 1:0-Führung im Braunschweiger Netz versenkte, wäre dies wahrhaftig kein Wunder sondern nur die logische Konsequenz gewesen. Elf wunderbare Minuten schwebten wir fortan auf Wolke sieben, gackerten glückserfüllt unsere Ekstase in die Nacht und sangen drauflos wie  enthemmte Thomanerchorknaben auf Ecstasy. Sage noch einer, am Hang gäb’s keine Stimmung! Doch dann kam die Rettung (für die Stimmbänder und die elf kleinen Jägermeister auf dem Platz): 88. Minute, 1:1 – und abrupt war Schicht im Luftschacht, ein gequältes Aufstöhnen, ein letztes Röcheln noch und die Stimmlippen waren mit einem Schlage versiegelt. Hätten die Braunschweiger Fans ein Mindestmaß an Pietät gewahrt und anteilnehmend geschwiegen statt wie wild zu grölen, man hätte tausend heiße Zähren auf nacktem Beton zerplatzen hören können.

Zerplatzen, so wie die Träume vom ersten Heimsieg seit… Ja, seit wann eigentlich? Die älteren unter uns erinnern sich vielleicht noch, doch die jüngere Generation macht große Augen, wenn man ihr erzählt, dass früher, in der guten alten Zeit, bisweilen auch zu Hause gewonnen wurde. Die denken doch glatt, das hätte die DFL inzwischen verboten, weil das Stadion zu klein ist, oder so.

Apropos verboten. In Istanbul hat man eine innovative Antwort auf randalierende „Fußballfans“ gefunden: Stadionverbot für Männer. Das wär’s doch. Dann hätten wir endlich wieder genügend Zeit zum Autowaschen, den Müll runter tragen, zum Hemdenkragenbügeln, etc pp. Nur mit seiner Frau bzw. Freundin könnte man leider nicht mehr Zeit verbringen, denn die müsste ja dann ins Stadion gehen und die Boysen-Boys anfeuern.

Apropos Freundin. Man sagt, ein Mit-Borracho habe sich kürzlich herzenstechnisch in feste Hände begeben. Und jetzt sei er auf Diät und könne kein Jägerschnitzel mit doppelt Bratkartoffeln mehr im Stammlokal verschnabulieren. Weshalb man ihm per Fotohandy entsprechende Bilder zusenden muss. Ich finde, der Kollege hat was ganz entscheidend durcheinander gebracht. Normalerweise nimmt man erst ab und findet dann eine Freundin – und wenn die Beziehung erst mal gefestigt ist, gibt’s auch wieder lecker Jägerschnitzel!

Es grüßt Euch herzlichst

Euer aller Frankybeauftragter.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s