Deeeerby

Jetzt geht’s looohoos!


Morgen ist Derbyzeit, und ganz Frankfurt scharrt mit den Hufen. Ganz Frankfurt?
Wenn man den offiziellen Verlautbarungen glauben mag, freut sich höchstens ganz Bornheim wie Bolle auf das erste Aufeinandertreffen von FSV und Eintracht seit knapp 50 Jahren. Die schwarz-rote Fraktion betrachtet’s eher als lästige Pflichtübung. Es ist schon richtig: Die Schwarz-Blauen haben im Grunde wenig zu verlieren. Ein Sieg der Eintracht wäre standesgemäß, und solange man sich von den Riederwäldern weder vorführen noch abschlachten lässt, kann der FSV eigentlich nur gewinnen – vor allem an Renommee.
Schon jetzt ist es auffällig, dass die Medien dem bislang eher wenig beachteten Fußballsportverein in der laufenden Saison signifikant mehr Aufmerksamkeit schenken. Der Abstieg der Eintracht in die 2. Bundesliga hat’s möglich gemacht. Offenbar ist man in den Redaktionsstuben um ein bisschen mehr Gleichbehandlung bemüht. In den Tagen vor dem Aufeinandertreffen Davids und Goliaths bersten die Blätter förmlich von informativer, nostalgischer bis launiger Vorberichterstattung. Da macht das schwarz-blaue Herz natürlich Luftsprünge, und man kann nur inständig hoffen, dass sich die Boysen-Boys nicht vor versammeltem Publikum in die Hosen machen wie weiland die Frauen-Nationalmannschaft an gleicher Stelle, sondern beherzt ihre Chance nutzen und Werbung für den Fußballstandort Bornheim betreiben.
An den Fans soll’s jedenfalls nicht liegen. Da werden extra neue Fahnen genäht, Choreos einstudiert, neue Trikots und Schals eingekauft, Sternmärsche organisiert, die Unterwäsche vorzeitig gewechselt, in Internetforen spezielle Threads zum Derby eröffnet, die man lesen und in die man sogar etwas hineinschreiben kann (z.B. aufmunternde Worte an die Mannschaft) – und was weiß ich noch alles. Ich selbst habe vorhin einen dreistelligen (!) Betrag (250 Cent) auf den Sieg des Fußballsportvereins gesetzt. Quote: 4.00. Man kann das Glück auch zwingen, glaubt’s mir ruhig.
Nicht vertrauen sollte man hingegen den offiziellen und offiziösen Auguren. Wenn es nach denen ginge, wäre die Eintracht sowie schon so gut wie wieder aufgestiegen, und wir könnten mit dem Erreichen des Relegationsplatzes am Ende hoch zufrieden sein. Außerdem sei die Eintracht auf fast jeder Position besser besetzt als wir. Nicht nur, dass das ein bisschen übertrieben ist und sich im Verlauf der Saison erst mal noch bewahrheiten muss – die wichtigste Position haben die beim Vergleiche ziehen doch glatt vergessen: das Maskottchen!
Ich glaube, tiefer schürfende Erörterungen, wieso Franky Attila in jedweder Hinsicht überlegen ist – etwa der Hinweis auf fiktive Tierdokus, in denen gezeigt wird, wie grimmige Erdmännchen tölpelhafte Adler im Fluge reißen, oder das euphorische Besingen der ästhetischen Qualitäten unseres „Viehs“ –,  erübrigen sich. Jeder weiß es, jeder spürt es. Ganz tief drinnen. Und deshalb können wir gar nicht verlieren.
Und wer hat’s mal wieder vorher gewusst:
Euer aller
Euch herzlichst grüßender
Frankybeauftragter.

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