Aua gegen Aue

Letzten Sonntag, 15.16 Uhr: Der Schiri pfeift ab, im Fanblock erreichen die Wogen in einem Meer aus jubelnden Leibern ihre Klimax, die Mannschaft feiert ausgelassen hüpfend auf dem Rasen die beste Saison der Vereinsgeschichte. Glückwunsch, Aue, so sieht ein gelungener Saisonausklang aus!

Den Frankfurter Anhängern war nach dem Ende der finalen Partie in der Saison 2010/11 irgendwie anders zumute. Eher so, wie nach einem intensiven Zahnarztbesuch: Man ist heilfroh, wenn’s vorbei ist, wenn man den Ort des Schreckens endlich verlassen darf, der Schmerz nachlässt und das taube Gefühl im Kopf langsam schwindet.

Doch was war passiert? Quälend langsam sich zerdehnende 90 Minuten plus einer Minute Nachspielzeit hatte die Mannschaft des FSV eindrucksvoll demonstriert, dass nicht nur die Eintracht das Zeug zu einer indiskutablen Rückrundenperformance hat. Da die Auer aber nicht so recht wussten, wohin mit diesem Füllhorn an Chancen, halfen die Schwarz-Blauen kurzerhand selbstlos aus: Christian Müller zirkelte einen Kopfball formvollendet um Langer herum ins eigene Tor – als  kleines Abschiedsgeschenk, sozusagen. Doch später konnten selbst die Erzgebirgler nicht umhin, eine der ungezählten weiteren Hundertprozenter eigenfüßig ins Tor zu schießen. Sie haben halt keinen Gekas, der die Situation hätte klären können. Jedenfalls war da der Käse dann endgültig gegessen.

Doch nicht nur vom Rasengeviert her drohte dem FSV-Anhang Ungemach, auch die Rahmenbedingungen hatten sich wieder einmal perfekt dem Spielgeschehen angepasst. Der 02-Block präsentierte sich mit neuer, verbesserter Formel als H20-Block, denn außer den obligatorischen Windböen gab’s ergänzend ab und zu eine nasskalte Erfrischung von oben. Doch niemand, dem das Wort „Dach“ über die Lippen gekommen wäre, schließlich waren die Besucher vollauf damit ausgelastet, die neuesten Gerüchte zu verfeinern.

Beliebtestes Gerücht des Monats: Mike Wunderlichs Wohnung ist bereits ausgeräumt, lediglich ein Päckchen Wunderkerzen liegt noch darin. Was das nun zu heißen haben könnte, kann sich ja wohl jeder in schillerndsten Farben selbst ausmalen. Aber bitte wirklich jeder für sich alleine, abgucken gilt nicht, liebe Verschwörungstheoretiker und plagiierfreudige Doktoranden!

Entschieden wird ja die Möglichkeit in Zweifel gezogen, dass der senkrechtgestartete Mittelfeldspieler tatsächlich längerfristig an den Folgen einer Grippe laborieren könnte, wie dies der Verein hartnäckig glauben machen möchte. Viel wahrscheinlicher ist hingegen, dass er an einer bislang unbekannten Krankheit leidet, die mit „Allergica mobiliaris“ hiermit einen fundierten pseudowissenschaftlichen Namen erhält. Für den Wahrheitsgehalt dieser Theorie spricht einiges, nämlich dass sie jemand ins Internet hinein geschrieben hat (https://borrachosbornheim.wordpress.com/2011/05/17/aua-gegen-aue/). Ergo ist sie schon so gut wie bewiesen – quod erat demonstrandum! Nicht zuletzt würde sie auch sehr schlüssig erklären, wieso Wunderlich seit neuestem ohne Möbel logiert, und somit die Anhänger der Möbelpackerthese praktisch an der eigenen Haustür abholen.
Geistige Höchstleistungen gab’s auch auf anderem Gebiet: Inspiriert vom althergebrachten Schlachtruf der Auer (Zwei gekreuzte Hämmer – und ein großes W – das ist Wismut Aue – unsre BSG!) wurde ein neuer Schlachtruf ersonnen: „Zwei gekreuzte Eimer – und ein großes Jott – das ist Jürgen Eimer – unser Fußballgott!“ Honor honoris causa.

Der eigentliche Höhepunkt des Tages ereignete sich nach Spielschluss vor den Toren der Bornheimer Betonburg. Das Publikum zerstreute sich der lieben Gewohnheit zum Trotz nach dem Abpfiff nicht sofort in alle Winde, sondern tummelte sich noch ein wenig auf dem Fanfest. Und dort spielten sich schier unglaubliche Szenen ab! Passionierte Grantler, die noch vor Jahresfrist Bierbecher auf das beste Maskottchen, das der Verein je hatte – auf Franky – geworfen hatten, fielen dem sympathischen Schwellkopp in die weichen Arme und ließen sich bereitwillig mit ihm fotografieren. Ja, als dem Franky sein Beauftragter, der sich in mühseliger Lobbyarbeit bis an die Grenze zur Selbstaufgabe und zur -verleugnung hin fast verschlissen hat, kann ich nur sagen: Die Kärrnerarbeit hat sich gelohnt! Franky ist einer von uns und wir alle sind Franky! Allerorten nichts als Sympathie für das Vieh!

Franky and me

In diesem Sinne grüßt Euch ganz herzlich
Euer aller Frankybeauftragter

Advertisements

3 Gedanken zu „Aua gegen Aue

  1. Frankybeauftragter

    Selber schuld, Hermann! Du hättest ja auch aufs Bild mit drauf gekonnt. Hättste Dich halt trauen müssen…

    Antwort
  2. Pingback: Droht Epidemie ?? | BORRACHOS BORNHEIM

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s